Auguste Landauer

Auguste Landauer, geb. Perrotin, 9. September 1782 bis 31. Januar 1857. Sie war die Tochter des herzoglichen Oberküchenmeisters Perrotin, eines Franzosen, von dem sie die französische Sprache fließend erlernte. Ihre Mutter starb sehr früh und sie wurde von einer älteren Schwester erzogen. Das Umfeld des herzoglichen Hofes prägte sie und förderte Ihr Interesse an Bildung, Kultur und Religion, das später auch für den Kontakt mit Friedericke Bach von Bedeutung sein sollte. In einem Nachruf lesen wir:

"Sie konnte oft ziemlich derb mit der Sprache herausrücken und den Leuten die Meinung sagen, aber sie verstand es auch, ohne Heuchelei eine Artigkeit auszudrücken und that das mit französischer Feinheit und Ungezwungenheit, die deutsche Art stand ihr jedoch besser an. … Im alten Schloss hatten damals auch die katholischen Hofprediger des Herzogs ihre Wohnung und gingen in die Kost beim alten Perrotin. Es waren zum Theil Männer von klassischer Bildung und feinen Formen; besonders der alte Mercy, mit dem die Landauer bis an seinen Tod im Verkehr blieb. Der Umgang mit diesen Männern ist nicht ohne Einfluss auf ihre Entfaltung geblieben."

Sie heiratete am 23. September 1805 Dr. Lebrecht Landauer (geb. 23. September 1779 in Stuttgart; gest. 25. März 1822 in Heilbronn, von 1819 bis 1822 Oberbürgermeister von Heilbronn) Sie hatten fünf Kinder miteinander, von denen eines früh starb. Wir vermögen nur zu spekulieren, welches Verhältnis Auguste Landauer zu ihrem Mann hatte. Die folgende Erzählung lässt auf Eifersucht Ihres Mannes gegenüber der Freundin schließen. Sie hat nach dem frühen Tod ihres Mannes nicht wieder geheiratet. In den o. g. Nachruf lesen wir:

"Sie war eine glückliche Gattin und Mutter von vier Söhnen, die an ihrem Grabe trauerten. Ihr Mann war der Genosse ihrer frühen Jugend und sie erzählte gerne, dass sie seine erste Liebe gewesen sei und er sie hoch gehalten habe bis an sein Ende; doch war ihr Verhältnis vielleicht nicht ganz das rechte zwischen Mann, und Weib — es war ein männlicher Geist in ihr auch lebendig und die Freundschaft stand ihr höher als die Ehe. Darum war ihr Mann auch eifersüchtig auf die Freundin Bach, und wie diese einmal während seiner Abwesenheit in Heilbronn zum Besuch, erwartet wurde, musste die Landauer ihm versprechen, ihr nicht entgegen zu fahren. Sie hat dies gehalten aber sie konnte es nie ganz verschmerzen."

Nach dem Tod Ihres Mannes gründete und betrieb sie mit Unterstützung von Freunden einige Jahre lang eine „Erziehungsanstalt für Mädchen“. Später zog sie mit ihrem ältesten Sohn zusammen nach Neckarsulm, anschließend arbeitete sie als Lehrerin in Canstatt und zuletzt zog sie zu ihrem Bruder in Stuttgart, mit dem sie sich nicht gut verstand, der ihr aber ein materiell sorgenfreies Leben ermöglichte. Ungefähr 1842 starb der Bruder und vermachte ihr sein Vermögen. 1857 starb sie nach kurzer Krankheit im Alter von 74 Jahren – für die damalige Zeit wurde sie sehr alt.

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